uggs baby Fertighaus Baujahr 1978

Grundsätzlich ist es richtig, was die beiden Kandidaten vor mir geschrieben haben. Asbest, Formaldeyd und Holzschutzmittel stellen sehr wohl ein typisches Problem bei Fertighäusern aus dieser Zeit dar, müssen aber kein Problem sein! Es kommt hier wie bei so vielen Dingen im Leben darauf an und zwar auf die genaue Bauweise des Hauses. Zu jedem Fertighaus gehört ein Kaufvertrag und dessen Bestandteil ist immer auch eine Bau und Leistungsbeschreibung, welche die Komponenten und Bauart recht genau beschreibt. Diese Bau und Leistungsbeschreibung solltest Du gründlich studieren, denn aus ihr geht hervor ob und wo beispielsweise Asbest verwendet wurde oder welchen Aufbau die Wände haben und welche Materialien hier verwendet wurden. In 1978 wurde bei Spanplatten beispielsweise bereits zwischen V20, V100 und V100G Platten unterschieden. Kurz zur Erklärung: V20 Platten wurden mit Formaldeyhd Harnstoffharz verleimt und gasen permanent und auch noch nach Jahren hohe Dosen an Formaldehyd aus. Diese Platten sind durchaus kritisch zu sehen und wenn sie vermehrt für die Wände verwendet wurden, würde ich vom Kauf abstand nehmen. V100 Platten sind jeden Phenolharz verleimt. Diese Platten haben die Eigenschaft nur sehr geringe Mengen an Formaldeyhd auszugasen, jedenfalls weit unter den zulässigen Grenzen. Ich empfehle beispielsweise den Test von Dräger BioCheck F aus der Apotheke für ca. 25 . 2 Stunden im Raum stehen lassen und nach Beipackzettel verwenden, dann hast Du einen guten Anhaltspunkt zur Formaldehydbelastung.

Holzschutzmittel wie PCP, Lindan oder DDT und weitere sind nicht so einfach zu ermitteln. Nach DIN Norm waren diese Mittel für statisch relevante Bauteile aus Holz vorgeschrieben und davon gibt es in einem Holzhaus nun mal eine Menge. Aber nicht jeder Hersteller hat sich damals 100%ig an diese DIN Norm gehalten und somit gibt es auch einige Häuser, welche nicht oder kaum mit Holzschutzmitteln belastet sind. V100G Platten sind übrigens Spanplatten, die zwar Phenolharz verleimt sind, aber zum besseren Feuchtigkeitsschutz mit Holzschutzmitteln versetzt wurden. Diese Platten wurden häufig in den Außenwänden eingesetzt, manchmal auch in den Beplankung der Innenseite der Außenwände. Diese Platten sind durchaus kritisch zu sehen, wenn aus der Bau und Leistungsbeschreibung hervorgeht, dass sie verwendet wurden. Entgültige Gewissheit bringt hier wohl nur eine hausstaubuntersuchung, die beispielsweise die Stiftung Warentest recht günstig aber qualitativ valide vornimmt. Such mal im Internet danach, ich habe den Link gerade nicht zur hand. grundsätzlich nimmt man selber mit einem Staubsauger eine ausreichend große Menge Hausstaub als Probe (ca. 2 Esslöffel) und schickt diese an die Stiftung Warentest. 2 3 Wochen später bekommt man einen ausführlichen Testbericht mit guten Erläuterungen zu den einzelnen getesteten Stoffen (sind so einige, unter anderem eben auch PCP, PCB, Lindan, DDT, etc.). Wenn der Test dann positiv für Dich verläuft, kannst Du ruhigen Gewissens an die Holzschutzmittelproblematik bei diesem Haus einen Haken machen. Sollte Asbest in der Außenhaut verbaut worden sein, ist das auch kein besonders großes Problem, solange man es in Ruhe lässt, da es sich bei den Platten um in Zement gebundene Asbestfasern handelt. Nur anbohren oder brechen solltet Ihr die Platten nicht. Wollt ihr die Außenhaut des Hauses irgendwann einmal sanieren, müsst Ihr vor den Kosten der fachgerechten entsorgung auch keine Angst haben, sooooo teuer ist es nämlich auch nicht. Nur die Finger vom Selbermachen würde ich lassen.

Zu guter Letzt achte beim Besichtigungstermin auf unangenehme Gerüche im Haus. Ruhig mal die Nase an die ein oder andere Steckdose der Außenwände halten und nen kräftigen Zug nehmen. Wenn es muffig oder erdig riecht, kann dies ein Abbauprodukt von dem Holzschutzmittel PCP in Verbindung mit Formaldehyd und Feuchtigkeit sein. Der Geruch ist grundsätzlich unschädlich, aber wo der Geruch vorhanden ist, sind auch Holzschutzmittel vorhanden. Also Achtung! Achtet auch darauf, dass der vorige Eigentümer oder Makler nicht vorher gründlich gelüftet haben, wenn ihr dies bemerkt, besonders kritisch sein! Sollten noch Klamotten und Schränke mit Textilien im haus sein, ruhig auch mal daran schnuppern, denn der Geruch setzt sich gerne an Textilien fest und ist nur schwer wieder raus zu bekommen.

So, ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen und halte uns doch bitte auf dem Laufenden, was Du unternommen hast und wie die Kaufentscheidung ausgegangen ist. Ich selber habe übrigens diesen Sommer ein Fertighaus aus dem Baujahr gekauft und bin sehr glücklich damit. Also Kopf hoch!Dominik

Viele DankHallo Zusammen, erstmal vielen Dank für eure schnellen Antworten und einen großen Dank an Dominique. Bei der Hausbesichtigung sind uns keine unangenehmen Gerüche aufgefallen, es hatte auch nicht den Anschein, als wäre gerade tüchtig gelüftet worden. Die Leute hatten eine Bullenhitze im Haus (wie ältere Leute nunmal sind). Im Haus wurden schon etliche Renovierung vollzogen, sämtliche Fenster wurden vor einem Jahr ersetzt, würde es sich lohnen mit der Fensterfirma in Kontakt zutreten, um sich mehr Informationen zur Fassade einzuholen. Das Badezimmer wurde auch komplett renoviert. Nachträgliche Steckdosen, sowie Fernsehanschlüsse und so weiter wurden verbaut. Desweiteren wurde ein Kamin in dem Haus eingesetzt und die hatten dabei die Innenwand musste nachträglich wegen Auflagen feuerfest gemacht werden. Leider haben die Eigentümer nicht sehr viele Unterlagen zu dem Haus. Ich habe es schon mit der Baufirma probiert, aber die gibt es leider nicht mehr (Firmeninhaber verstorben). Gibt es noch weitere Möglichkeiten um Informationen zu den Materialien des Hauses zu bekommen, über mter usw.?

Vielen Dank schonmal im Voraus!dem Bauantrag des Hauses müssten auch der Wandaufbau und die verwendeten Materialien zu entnehmen sein. So war es jedenfalls bei uns, wie ich nachträglich feststellen konnte. Sollte der Bauantrag nicht mehr vorhanden sein, kann man auch mal beim Bauamt (keine Ahnung wie die Behörde genau heißt) nachfragen, ob der Bauantrag ggf. noch in den Archiven vorhanden ist.

Eine weitere Idee wäre die Eigentümer zu fragen, ob Ihnen weitere Eigentümer eines gleichartigen Hauses des selben Herstellers bekannt sind. Die würde ich dann einfach mal anrufen oder vorbei fahren und nach den Erfahrungen mit dem Haus in den letzten 32 Jahren fragen. Von anderen Leuten, die aktuell nicht Verkaufen wollen, bekommst Du vermutlich eine ehrlichere Antwort als von den Verkäufern. So war es jedenfalls bei uns und hat mir sehr geholfen.

Außerdem können gesundheitliche Probleme bzw. das Lebensalter der aktuellen Eigentümer Indizien beinhalten, ob gesundheitliche Probleme durch das Haus (Holzschutzmittel, etc.) bestehen könnten oder nicht. Ggf. auch mal die Nachbarn fragen, ob etwas bekannt ist, wenn es sich ergibt. Wenn die aktuellen Eigentümer kerngesund sind und nie besondere gesundheitliche Probleme hatten und über 80 Jahre alt sind, was soll da schon groß für ein Problem bestehen?

Wichtig könnte es auch sein sich plausibel erklären zu lassen, wieso das Haus genau jetzt verkauft werden soll, obwohl augenscheinlich in den letzten Jahren noch recht viel investiert wurde?

Nichtsdestotrotz halte ich eine Hausstaubuntersuchung in Verbindung mit einem Formaldehydtest (Dräger BioCheck F) als die beiden wichtigsten Aufgaben. Nur diese können zu annährend 100 Prozent Aufschluss über den Zustand bzw. gesundheitliche Risiken durch Belastungen geben. Wenn die aktuellen Eigentümer nichts vertuschen wollen, sollten die beiden Tests eigentlich ohne Probleme möglich sein. Stellen sich die Eigentümer quer, wäre ich schon wieder etwas vorsichtiger. Man kann die Bedenken ja gut darlegen und die Verkäufer sollten dann auch Verständnis haben und einwilligen.

Alleine fürs Gewissen sollte man die ca. 200 auf jeden Fall investieren, sonst hat man immer ein unangenehmes Gefühl im Magen, wenn man irgendwo etwas über Schadstoffe und Holzschutzmittel hört oder liest. Bei der vermutlichen Investitionssumme spielt das dann auch keine Rolle mehr.

Darf ich Fragen, wie groß das Grundstück ist, wie groß die wohnfläche und was das Haus kosten soll?die jetzigen Besitzer haben das Haus 2002 als Alterssitz gekauft und viel erneuert, die Frau ist erkrankt, irgendwas am Kopf und möchte zurück zu ihren Kindern. Da hatten wir auch schon dran gedacht, aber für diese Soffe sind eher Lungensachen bekannt.

Das Haus hat ein Grundstück von ca.800 wohnfläche 125 und Kaufpreis Vb 155.000 ist bevorzugte Wohngegend.

Habe nuh nochmal die Maklerin angeschrieben, wegen weiteren Unterlagen, abwarten was da kommt. Sind die Besitzer nicht ein wenig n der Beweispflicht? Oder muss ich für einen Gutachter aufkommen?

Die Leute sind sonst sehr nett und offen, ich denke sie hätten nichts dagegen wenn wir diese Tests machen. Werde mich nachher erstmal in der Apotheke informieren, ob die diesen Test da haben.

Montag wollte ich erstmal bei der Gemeinde anrufen, ob die noch Informationen haben.

Werde euch auf dem Laufendem halten. Vielleicht ist es auch gerade viel Wind um nicht, oder ich hoff es einfach 😉

Alsooooo. den Test werden die entweder in der Apotheke da haben oder innerhalb eines Tages besorgen können, war bei mir kein Problem. Beim Formaldehydtest hatten wir zwar Formaldehyd gemessen, allerdings unterhalb der Richtwerte und das, obwohl lange nicht gelüftet wurde, alter, also formaldeyhdbelasteter Parkettlack im Wohnzimmer vorhanden war und einige ältere Spanplattenmöbel im Zimmer standen. Seit die Möbel weg sind und wir das Parkett abgeschliffen haben, habe ich nicht nochmal gemessen, wäre aber vielleicht ganz interessant. Vielleicht mache ich das irgendwann nochmal. : )

Grundsätzlich sind die Eigentümer nicht in der Beweispflicht und für Gutachten muss der Interessent aufkommen. Sie haben lediglich die Pflicht keine Mängel arglistig zu verschweigen, von denen sie Kenntnis haben. Wenn sie von Schadstoffen nichts wissen, sie aber trotzdem da sind, hat der neue Käufer Pech gehabt. Tests und Gutachten sind vorher einzuholen, hinterher hat man kaum noch eine Chance Ansprüche geltend zu machen. Ich empfehle Euch offen und ganz direkt nach Schadstoffen und eventuellen Problemen die daraus resultieren könnten zu fragen, sowohl die Eigentümer als auch den Makler, denn dieser muss für seine Aussagen haften.

Der Test der Stiftung Warentest hat für die Stoffe PCB, Lindan, DDT und weitere Holzschutzmittel keinerlei Belastung ergeben, lediglich PCP konnte in ganz geringem Ausmaß gemessen werden. Das Gutachten und alle meine Recherchen haben aber ausgesagt, das Werte in der Größenordnung vollkommen unbedenklich sind und in fast allen Häusern, nicht nur Holzfertighäusern vorkommen können. Da wir allerdings auch in zwei Zimmern Holzpanelle an der Decke hatten, habe ich vermutet, dass diese mit PCP behandelt wurden (ob bereits beim Einbau oder nachträglich weis ich nicht) und habe die Paneele, die eh nicht mein Stil sind rausgerissen und mit Rigips die Decken neu verkleidet. Problem gelöst! : )
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