ugg sale outlet Für mich ist das keine Musik

Er möchte anonym bleiben, seine Musik ist für ihn keine Musik und da wäre dann noch das Thema Bobybands: o F F Love ist ein Rätsel. Seine Intimität evoziert Distanz und Nähe im gleichen Maße.

Ein Doppelleben zu führen, ist kein Phantasma aus billigen Agentenfilmen mehr. Auch in der Popkultur möchte man fast von einem alten Schuh sprechen. Die Verschleierung oder Vermummung erreichte in meiner musikgeschichtlichen Wahrnehmung das erste Mal mit Daft Punk seinen Höhepunkt. Das Rätselraten über die wahre Existenz des Duos ist zwar längst abgeebbt, aber lange noch nicht beendet. Ein noch größeres Mysterium bildete die Identitätsfrage nach dem Mann hinter dem Kürzel Burial. Der Brite galt lange Zeit als eine Art Banksy unter den elektronischen Produzenten. Anonym, geheimnisvoll und zumeist medienscheu die von Burial hat nun Holy Other übernommen.

Auch der Mann hinter o F F Love ist der ffentlichkeit ein Fragezeichen, selbst wenn die ffentlichkeit ihn bisher nur sporadisch wahrgenommen hat. Interviews über ihn sind nicht nur rar gesät, sie sind die absolute Ausnahme. Auch wenn der Guardian seine Musik in die äußerst abstrakte Nische zwischen Akon und Aphex Twin einquartierte, ist selbst die Zuordnung zum Witch House nur bedingt treffsicher. o F F Love Tracks sind emotionale Brocken jene, die sich aus einer inneren Zerissenheit speisen. Es sind persönliche Geschichten. Geschichten, die von Leid und Trauer handeln, von Trennungskummer, dem Gefühl, nicht immer allem zu genügen. Liebe spielt eine große Rolle, genauso wie Boybands.

Ausgerechnet in Hamburg treffe ich o F F Love, nicht etwa in Berlin, wo er lange Zeit gelebt hat. Er ist für das Dockville Festival gebucht warum weiß er auch nicht so genau. Zum Interview erscheint er unverschleiert, sein Ying Yang Kopftuch kommt erst beim Auftritt wieder zum Einsatz. Mutig, aber Mut braucht o F F Love ohnehin, gerade wenn jemand mit wehleidigem Crooning und Autotune Vocals eine entschleunigte Variante von R live performt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Seine höchst emotionalen Auftritte gefallen nicht allen. Er wurde ausgelacht, mit Eiswürfeln beworfen und mit einem Sexangebot verunsichert. Im Internet finden sich nur wenig Informationen über dich, demnach müssen wir wohl mit grundlegend beginnen. Woher kommst du?

o F F Love: Ich bin aus Frankreich, habe aber die vergangenen drei Jahre in Berlin gelebt. Im letzten Jahr bin ich dann nach London gezogen. Manchmal heißt es, ich bin Franzose. Dann wieder, dass ich Deutscher sei oder eben doch Brite bin. Ich denke alles ist richtig, es kommt halt darauf an, aus welcher Perspektive man draufschaut. Berlin hat es mir sehr einfach gemacht, mich zuhause zu fühlen. Dort habe ich auch den Großteil meiner Musik gemacht. Im verganenen Juli bin ich jedoch nach London gezogen, auch wenn ich mich noch immer mehr von Berlin angezogen fühle. Oder gehen wir noch weiter zurück: wir war denn deine Kindheit?

o F F Love: (Lacht) Ich hatte eine ziemlich normale und schöne Kindheit, denke ich. Ich bin im ländlichen Raum in einem sehr kleinen Dort mit meinen zwei Schwestern aufgewachsen. Als ich 17 Jahre jung war, bin ich für das Studium nach Paris gezogen. Es ist komisch, weil mich gar nicht so viel mit Frankreich verbindet. Die erste 7 Inch, die ich gekauft habe, war von Vanessa Paradis [Ex Freundin von Johnny Depp, Anm. d. R.] . Keine Ahnung, wie alt ich zu dieser Zeit war, aber ich war noch sehr jung (lacht).

o F F Love: Die meisten Menschen denken immer, dass es ein Joke sei. Scheinbar scheint es für einige schwer zu sein, eine Passion für diese Art der Musik zu verstehen. Mein erstes Konzert,
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dass ich besucht habe, war East 17. An meinem Geburtstag wollte ich mir damals auch die Backstreet Boys angucken, doch leider wurde der Auftritt abgesagt. Der Song to u, i not ist für mich ein klassischer Backstreet Boys Song. Es klingt nicht gleich, aber ich sehe es so. Ich denke, ich mag diese Form der super cheesy Lyrics. Ich finde das nur meisten nicht kitschig, sondern nehme den Inhalt sehr ernst. Dieser ist eher dunkel, düster und melancholisch.

o F F Love: Ja, das ist die Idee gewesen, diese Paradoxie einzufangen. Ich habe die meisten der Tracks geschrieben, als ich sehr traurig war. (Lacht) Wenn ich ehrlich bin, handeln die meisten Songs immer vom selben Thema. to u, i not ist über einen Typen, in den ich verliebt war, er aber nicht in mich. Wir sind nur Freunde. Das ist auch der Grund, warum ich dieses Ding über mein Gesicht trage. Als mein erster Gig in Berlin anstand, hatte ich echt Angst, dass er kommen würde. Deswegen habe ich dieses Teil aufgesetzt. Ich denke, es war sehr dämlich (lacht). Wenn jemand im Publikum gewesen wäre, hätte ich nicht auftreten können. Das ist das Ding (überlegt). Es ist schwer, gerade bei den ersten Auftritten hatte ich gerade mal eine Handvoll Songs, andere lagen lediglich als Skizzen vor, es war demnach sehr dramatisch für mich. Auf einigen Konzerten habe ich weinen müssen, weil mich die Songs zu Tränen rührten. Ich kann nicht wissen, wie es die Hörer auffassen und interpretieren. (berlegt) Außerdem weiß ich nicht, wie ich singen soll.

o F F Love: Das stimmt schon, es ist aber auch eine technische Frage. Diese Stimme, die ich erzeuge, passt auch besser zu der Musik. Bei den ersten Konzerten war meine Stimme dermaßen high pitched, dass ich wie ein Mädchen klang. Das war wirklich schrecklich, es klang nicht menschlich. Jetzt ist es nicht mehr entschmenschlicht, wie Akon oder so.

o F F Love: Ich habe seit diesen Songs eigentlich kaum neue Musik mehr gemacht, ein paar neue Arrangements für die Live Shows. (berlegt) Vor ein paar Monaten habe ich ein paar Dinge ausprobiert, die weit davon entfernt sind, Pop Songs zu sein. Sie sind sehr, sehr einfach und repetitiv. Ich könnte mir zwar vorstellen Songs zu machen, die sich strukturell mehr am Pop orientieren, aber ich könnte keine glücklichen oder fröhlichen Songs schreiben.
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