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Warzen zeigen sich oft erst lange nach der Infektion

Warzen werden durch über 100 Typen des menschlichen Papillomvirus kurz HPV hervorgerufen“, sagt Prof. Dr. Johannes G. Liese, Infektionsspezialist der Universitäts Kinderklinik Würzburg, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kindergesundheit. Sie sind bei direktem Kontakt ansteckend wie andere Viruskrankheiten auch. Bis sich jedoch nach einer Ansteckung die ersten Warzen zeigen, können je nach HPV Typ mehrere Wochen und sogar bis zu zwei Jahre vergehen“.

Die bertragung erfolgt meist durch direkten Körperkontakt von Mensch zu Mensch oft aber auch über Hautschuppen am Boden beim Barfußlaufen in Schwimmbädern, Umkleidekabinen oder in der Turnhalle. Durch Kratzen können Papillomviren auch bei einer betroffenen Person auf andere Körperstellen übertragen werden. Das Risiko einer Ansteckung ist höher, wenn auch andere Familienmitglieder oder mehrere Mitschüler in der Klasse Warzen haben. Warzenviren sind allerdings nicht wählerisch und besiedeln gern auch Tiere. Deshalb sei eine bertragung von HP Viren auch durch befallene Haustiere auf den Menschen möglich, sagt der Infektionsexperte. Für die Wissenschaft sind die meist gutartigen, knötchenförmigen Wucherungen der obersten Hautschicht nach wie vor ein ungelöstes Rätsel: Warum verschwindet manche Warze nach einiger Zeit ohne jegliche Behandlung? Warum reicht manchmal schon das Bepinseln mit Farbe, um Warzen zu vertreiben? Und warum weichen bestimmte Warzen jahrelang nicht von der Stelle, obwohl der Arzt sich alle Mühe gibt? Fragen, die sich zwar mit dem Hinweis auf das komplizierte Immunsystem erklären, aber nicht schlüssig beantworten lassen.

Warzen treten an den unterschiedlichsten Körperstellen auf

Besonders häufig siedeln sich Warzen an Körperstellen an, die häufigen Verletzungen ausgesetzt sind zum Beispiel Finger, Ellenbogen, Knie oder Gesicht. Sie wuchern aber durchaus auch anderswo: Sie verunstalten schöne Hände, weil sie um die Nagelplatte herum wachsen, oder plagen die Füße durch ihren Druck auf die Fußsohle beim Laufen. Als besonders problematisch erweisen sich Warzen, die um die Fingernägel (seltener um die Fußnägel) herum wachsen, berichtet die Stiftung Kindergesundheit: Sie laden die Betroffenen geradezu dazu ein, an ihnen zu knibbeln, sie aufzukratzen oder beim Fingernägelkauen zu verletzen. Dadurch kann ansteckendes Virusmaterial zu anderen Körperstellen insbesondere ins Gesicht weitergetragen werden, wo dann neue Warzen entstehen können. Die Liste der bei Warzen eingesetzten Behandlungen ist lang, die Therapieerfolge sind mäßig und das Risiko eines erneuten Warzenbefalls ist hoch“, sagt Liese. Zur Behandlung der Warzen bieten sich zahlreiche Methoden an. Manche der Therapien sind schmerzhaft, andere nehmen viel Zeit in Anspruch,
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wiederum andere sind sehr teuer und trotzdem: Einen hundertprozentigen Erfolg garantiert keine von ihnen. Laut einer Metaanalyse ist die Wirksamkeit am besten für das Auftragen von Salicylsäure oder die Abtragung der Warzen in Vollnarkose belegt.

Häufig verschwinden Warzen von allein wieder

Wenn der Leidensdruck des Warzenträgers nicht allzu groß ist, rät der Infektiologe zum Abwarten. Eine erst kürzlich publizierte Studie von Kinderärzten an der Johns Hopkins Universität in Baltimore hat erneut gezeigt, dass viele Kinder ihre Warzen auch ohne Behandlung nach einiger Zeit verlieren. Die Mehrzahl der in der Studie beobachteten 214 Kinder wurde mit Salicylsäure oder einer Vereisung (Kryotherapie) behandelt, einige Kinder blieben dagegen unbehandelt. Das Ergebnis: Bei 16 Prozent der behandelten Kinder waren die Warzen nach einem halben Jahr komplett abgeheilt, unter den unbehandelten war das sogar bei 36 Prozent der Fall. Nach zwölf Monaten betrug das Verhältnis 39 Prozent (behandelt) gegenüber 46 Prozent (unbehandelt). Und ganz gleich, ob behandelt oder ohne Therapie: Nach spätestens zwei Jahren waren zwei von drei Kindern (65 Prozent), nach vier Jahren 80 Prozent komplett warzenfrei. Warzen, die von allein verschwinden, hinterlassen auch keine Narben im Gegensatz zu den aggressiveren chirurgischen Entfernung.

Manchmal hilft ein bisschen Magie

Auch bei einer Suggestivtherapie sind keine Narben zu erwarten. Auch wenn es komisch klingt: Das sogenannte Besprechen“ oder die Warzenbeschwörung sind nachweislich wirksam. Vor allem Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren sind suggestiven Therapiemethoden besonders zugänglich, so die Stiftung Kindergesundheit. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. So hilft oft schon das Bestreichen der Warze mit farbigen Salben, Lösungen oder mit einfachem Zuckersirup. Hauptsache, der Patient glaubt die Behauptung des Arztes, es handele sich dabei zum Beispiel um eine hochwirksame Schneckenspucke“. Nach drei bis vier Tagen kann der Arzt die aufgeweichten Hornschichten mit einem Hornhauthobel, einem Skalpell oder einer Kürette (scharfer Löffel“) abtragen. Direkt gegen die Warzenviren wirken die antiviralen Substanzen Cignolin und Glutaraldehyd sowie die nur durch den Arzt anwendbaren Zellgifte Podophyllin und 5 Fluoruracil. Eine weitere Möglichkeit bietet die neuartige Substanz Imiquimod, ein auf der Haut wirksamer Immunmodulator, der gegen bestimmte Vorstufen von Hautkrebs entwickelt wurde. Der für Kinder nicht zugelassene Wirkstoff ist jedoch teuer, wirkt erst nach längerer Behandlung und hat starke Nebenwirkungen. Wenn alles nichts hilft, kann der Arzt hartnäckige Warzen auch mit Elektroinstrumenten verkochen“, mit Kältetherapie vereisen, mit Laserstrahlen verdampfen oder bei einer Operation mit einem Skalpell oder einer Kürette entfernen. Ist die Warze endlich weg, sollte man allerdings nicht zu früh jubeln. Ganz gleich, mit welcher Methode der Erfolg erzielt wurde: Das Warzenvirus kann im Körper verbleiben und bei einem Schwächeanfall des Abwehrsystems durch Stress, als Folge einer immununterdrückenden Behandlung und auch während einer Schwangerschaft zu erneutem Befall führen.

So beugen Sie Warzen vor

Zur Vorbeugung sollte man bei Schwimmbadbesuchen Badeschuhe tragen und die Füße vor dem Wiederankleiden immer gut abtrocknen, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Jedes Familienmitglied sollte nur eigene Handtücher und Toilettenartikel benutzen. Ein weiterer Tipp: Statt Turnschuhen im Sommer besser Sandalen tragen. Denn schwitzende, feuchte Füße sind besonders anfällig für eine Infektion mit Warzenviren. Für Menschen, die bereits Warzen unter den Fußsohlen haben,
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gibt es in Apotheken und Sanitätshäusern Schutzsocken und wasserfeste Pflaster. Sie bieten einen wirksamen Schutz gegen eine bertragung der Viren und ermöglichen auch Kindern mit ausgeprägten Plantarwarzen die Teilnahme an Sportveranstaltungen. Letztlich gilt aber: Bei Warzen scheint das geduldige Abwarten in der Regel genauso effektiv wie aufwendige und zum Teil belastende und schmerzhafte Therapieverfahren.